Kinderseite


Hier erfahrt ihr etwas von den Mühlen und Wasserrädern, die viele Jahrhunderte das Getreide zu Mehl mahlten oder das Holz zu Brettern und Balken schniten. Auf diser Seite gibt es bestimmmt viel Neues und Spannendes zu entdecken. Ihr erfahrt wie die Müller früher lebten und wo ihr noch Mühlen findet. Vielleicht hast du auch einmal Lust uns zu besuchen. Hier kannst du schon einmal schauen, welche Tiere bei uns und im Trebnitzgrund leben.

Spiel und Spass

Vor etwa fünftausend Jahren begannen sich in den Tälern an Euphrat und Tigris, Nil und Indus aus kleinen Dörfern Städte zu entwickeln. Erheblich mehr Nahrungsmittel mußten erzeugt werden, und so reichte das Wasser aus Brunnen und Quellen nicht mehr aus, denn eine ausgedehnte Landwirtschaft erforderte einen größeren Bewässerungsaufwand. In Ägypten führte das der Nil mit der jährlichen Überschwemmung aus, aber zwischen Euphrat und Tigris wurde das Wasser über ganz beachtliche Entfernungen in Kanälen oder Rohren aus Speicherbecken auf die Felder und in die Städte befördert. Die einfachste Möglichkeit war es noch, das Wasser zunächst etwas mühsam mit Schöpfeimern aus den Flüssen in höher gelegene Bewässerungskanäle zu befördern, die die zu beiden Flussseiten liegenden Felder versorgten.

Alter Mühlstein

Als die Germanen vor mehr als 2000 Jahren auf ihren ersten Ausflügen nach Südeuropa kamen, sahen sie im römischen Reich neben vielen anderen technischen Einrichtungen auch Wassermühlen. Den Besuchem waren diese rumpelnden, diffizilen Maschinen sehr obskur, da sie nicht verstanden, dass die Wassergeister der Bäche und Flüsse gezwungen werden konnten, sich als Mahlsklaven zu schinden. Und doch, die Geister rächten sich auf ihre Weise am Betreiber, denn der Wassermann zerriss das Mühlrad und Kobolde oder bösartige Geister lösten Mehlstaubexplosionen aus, die so manche Mühle zertrümmerten. Auf der anderen Seite aber konnte das Mühlrad mit unterschiedlichem Tempo und unterschiedlicher Tonlage sprechen, und dafür mussten Nixen verantwortlich sein. Aber nach und nach kam man zur Erkenntnis, dass es ganz bequem war, wenn das Wasser die Mahlarbeit erledigte. Einige Zeit warf man zur Sicherheit und zur Besänftigung der beleidigten Götter noch etwas Brot oder Mehl ins Wasser.


„Glück zu!" hieß der Müllergruß. Glück brauchte der Müller in besonderem Maße. Unvorhersehbaren Geschehnissen und sogar Gefahren war er in seiner Mühle ausgesetzt. Hochwasser drohte seinem Anwesen, Mühlsteine konnten sich im schnellen Lauf erhietzen und sogar auseinander reißen, im Winter ließ Eis das Mühlrad ruhen, Antriebsräder konnten brechen, denn alles unterlag ständig einer hohen Beanspruchung. Auch der normale Arbeitstag war schwer. Es wurde gearbeitet, wenn es die Bedingungen zuließen. Tag und Nacht, auch an Sonn- und Feiertagen, wo sonst die Arbeit ruhte, Zwangspausen drohten immer. Der Sommer ließ das Wasser knapp werden, der Winter ließ es zu Eis erstarren. Vom Geschick des Müllers, von seiner Erfahrung und dem Können war das erfolgreiche Klappern der Mühle abhängig. Überall im Anwesen waren die Geräusche der Mahlgänge hörbar und zu fühlen: Rütteln, Schütteln, Knarren, Knirschen, Klopfen ... Schon im voraus hörte das geübte Ohr des Müllers, wenn Unheil drohte. War das Korn in der Gosse alle, ertönte der Klingelmann, ließ die Qualität des Mehles nach, mussten die Mühlsteine neu bearbeitet werden. Ein gutes Mehl erforderte 7 Mahlgänge - 7mal wurde das gleiche Mahlgut in Säcken wieder nach oben getragen. Wenn das Mühlrad sich unregelmäßig drehte, mußte das Wasser reguliert werden. Der Müller kam nur selten zur Ruhe. Er wohnte mit seiner Familie und den Knechten in der Mühle. Meist war es das Obergeschoß der Wassermühle. Neben der Instandhaltung der Anlage, musste das gesamte Haus ständig von feinem Mehlstaub gesäubert werden. Über ankommendes Korn und abgeliefertes Mehl und die Kleie wurde genau Buch geführt. Augen, Ohren und Hände des Müllers wurden immer und überall gebraucht. Anstrengung, Mühe und Sorgen gehörten zum Leben des Müllers und der Müllerin. Oft wurde auch noch eine kleine Landwirtschaft betrieben. Hier war die Müllerin zuständig, obwohl auch sie einen langen Arbeitstag hatte. Neben ihrer Hilfe in der Mühle, bewältigte sie den Haushalt, mußte kochen, waschen, putzen, nähen, die Kinder und die Knechte versorgen. "Glück zu!" brauchten auch die Müllerin und alle anderen Bewohner der oft abseits im Tal gelegenen Mühle.

Unser Mühlengespenst


In den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts begann das Mühlensterben in Deutschland. Mit der zunehmenden Motorisierung und Elektrifizierung und der Verbesserung der Transportmittel musste das Getreide nicht mehr mit dem Pferdewagen zur Mühle gefahren werden. Größere Mühlen holten das Getreide beim Bauern direkt vom Hof ab und tauschten es im gleichen Arbeitsgang sofort gegen das Mahlprodukt um. Dadurch gingen zahllose kleine Mühlen ein, deren Besitzer nicht über Lastwagen verfügten. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es immerhin noch ca. 17000 Mühlenbetriebe. Bis ca. 1966 wurde kamen die umliegenden Bauern noch mit ihrem Pferdewagen in die Trebnitzmühle um das Getreide vom damaligen Müller Hernn Hinckel zu Mehl mahlen zu lassen.

Hier kannst Du eine(Mühlenkarte) anschauen wo Du in unserer Nähe noch überall alte Mühlen findest.